Der ewige Vegan-Streit: Können wir bitte alle mal durchatmen?
Schluss mit dem ewigen Streit zwischen militanten Veganern und Fleisch-Fundamentalisten! Warum können wir nicht einfach respektieren, was andere essen? Ich lebe größtenteils vegan, esse aber Käse – und das ist okay. Mein Plädoyer für bewussten Konsum statt blindem Verzicht und gegenseitigem Respekt statt Missionierungsdrang.

von | Feb. 24, 2026 | Echo

Ehrlich gesagt: Ich hab die Schnauze voll. Voll von dieser endlosen Debatte zwischen militanten Veganern auf der einen und fleischessenden Vegan-Bashern auf der anderen Seite. Es nervt. Gewaltig.

Da gibt es die einen, die dir mit erhobenem Zeigefinger erklären wollen, dass du ein schlechter Mensch bist, wenn du nicht zu 100% vegan lebst. Und dann gibt es die anderen, die vegane Ernährung pauschal als Teufelszeugs abtun, von „Chemiebomben“ sprechen und sich über jeden lustig machen, der mal einen Haferdrink bestellt.

Wisst ihr was? Ihr könnt mich alle mal.

Mein Standpunkt: Essen und essen lassen

Ich selbst ernähre mich größtenteils vegan. Größtenteils. Nicht zu 100%, und das ist auch völlig okay so. Warum? Weil es meine Entscheidung ist, nicht die von irgendeinem selbsternannten Ernährungsprediger.

Es gibt nämlich Produkte, auf die ich einfach nicht verzichten will. Käse zum Beispiel. Ich habs probiert, wirklich. Ich hab mir jeden veganen Käse durchgekostet, den der Markt hergibt. Und wisst ihr was? Keiner davon schmeckt mir. Nicht ein einziger. Es gibt einfach noch keinen ordentlichen veganen Käse, bei dem ich sage: „Ja, der ist es!“

Also esse ich weiterhin Käse. Echten Käse. Aus Milch.

Aber – und das ist wichtig – ich mache es bewusst

Nur weil ich Käse esse, heißt das nicht, dass ich einfach blind zum Billigsten greife. Ganz im Gegenteil. Ich achte darauf, dass es Bio ist. Ich schaue auf die Marke, auf Tierwohl-Siegel, auf Nachhaltigkeit. Ich kaufe weniger davon als früher, aber wenn, dann mit Bedacht.

Und genau das ist der Punkt, den viele nicht verstehen wollen: Es muss nicht alles oder nichts sein.

Wir müssen uns nicht alle zu 100% pflanzlich ernähren, damit die Welt ein besserer Ort wird. Wenn jemand Fleisch essen will, Wurst, Milch, Käse – dann soll diese Person das tun. Genauso soll aber auch respektiert werden, wenn jemand sagt: „Nein danke, ich esse das nicht.“

Das Problem sind die Extremisten

Was mich wirklich aufregt, sind die Leute an beiden Enden des Spektrums.

Die militanten Veganer, die dir das Gefühl geben wollen, du wärst ein Monster, wenn du nicht ihre Lebensweise teilst. Diese präpotenten Personen, die mit aller Gewalt versuchen, anderen etwas aufzuzwingen. Liebe militante Veganer: Haltet doch einfach mal eure Klappe. Ihr seid so uninteressant mit eurem Missionierungsdrang. Ihr geht mir ehrlich gesagt am Arsch vorbei.

Aber genauso nerven die Anti-Veganer, die jede pflanzliche Ernährung ins Lächerliche ziehen. Die bei jedem Soja-Produkt von „Chemie“ sprechen (als ob Fleisch aus dem Labor natürlicher wäre) und die es nicht lassen können, dumme Sprüche zu machen.

Beide Seiten: Ihr nervt.

So geht Zusammenleben

Wisst ihr, wie ich das handhabe? Ganz einfach: Ich bin erwachsen.

Wenn ich mit Freunden oder Kollegen essen bin und die essen Fleisch – null Problem. Überhaupt keins. Ich ziehe keine Nase, ich halte keine Predigt, ich lasse die Leute einfach ihr Essen genießen.

Okay, es gibt zwei Ausnahmen: Frankfurter Würstchen und Extrawurst. Aber das hat nichts damit zu tun, dass es Fleisch ist. Ich vertrage den Geruch einfach nicht. Mir wird davon schlecht. Aber mache ich deswegen ein Drama? Nein. Ich sage einfach: „Hey, ich vertrag das geruchstechnisch nicht, setz mich kurz ein bisschen weg. Wenn du fertig bist, kommen wir wieder zusammen.“

Das ist keine Soap Opera, keine billige Telenovela. Das ist einfach ehrliche Kommunikation. Und rate mal was? Die Leute verstehen das. Weil ich kein Drama draus mache, sondern einfach sage, was Sache ist.

Die andere Seite: Neugier statt Ablehnung

Was ich übrigens super interessant finde: Sehr viele nicht-vegane Menschen fragen mich immer wieder, ob sie mal von meinem Essen probieren dürfen. Und wisst ihr, was ich dann sage? „Ja, sicher! Gerne.“

Warum auch nicht? Es ist doch schön, wenn jemand neugierig ist und etwas Neues ausprobieren will. Ich zwinge niemanden dazu, aber wenn jemand freiwillig fragt – warum sollte ich Nein sagen?

Das ist der Unterschied: Interesse wecken statt missionieren. Vorleben statt vorschreiben.

Mein Appell: Reißt euch zusammen

Wenn wir uns alle ein bisschen am Riemen reißen würden und aufhören würden mit diesem extrem militanten Diktatorengehabe – die Welt wäre ein besserer Ort.

Dann würden wir nicht ständig diskutieren, ob vegan oder nicht-vegan besser ist. Dann hätten wir Zeit für wichtigere Dinge. Dann könnten wir gemeinsam essen, ohne dass es ein ideologisches Schlachtfeld wird.

Jeder soll essen, was er möchte. Punkt. Ende. Aus.

Ob du dich von tierischen Produkten ernährst, vegetarisch oder vegan – das ist deine Entscheidung. Die einzige Bedingung: Respektiere die Entscheidung anderer. Und wenn du Tierprodukte isst, dann bitte mit einem gewissen Bewusstsein. Billigfleisch aus Massentierhaltung muss einfach nicht sein.

Fazit

Ich bin keine Ernährungspolizei und will es auch nicht sein. Ich bin einfach jemand, der größtenteils vegan lebt, aber auch mal Käse isst. Der Fleischesser am Tisch sitzen hat und kein Problem damit. Der aber auch keinen Bock auf Missionare hat – weder vegane noch anti-vegane.

Leben und leben lassen. So schwer kann das doch nicht sein, oder?

Also: Esst, was ihr wollt. Respektiert, was andere wollen. Und lasst diesen nervigen Glaubenskrieg endlich mal sein. Danke.


Was ist eure Meinung dazu? Habt ihr auch die Nase voll von diesem ewigen Streit? Schreibt es mir in die Kommentare – aber bitte ohne Missionierungsdrang. 😉

Daniel

Daniel, ein 80er-Jahrgang mit 90er-Jahre-Vibes aus dem Burgenland, hatte schon als Kind mehr Ideen, als die Tapeten Platz boten. Technologie fand er cooler als jedes Tamagotchi. Sein Plan: Die Welt ein bisschen bunter machen und dabei nicht auf zu viele Regeln achten.

verfasst von: <a href="https://offen-gesprochen.at/author/og_admin" target="_self">Daniel</a>

verfasst von: Daniel

veröffentlicht am: 24. Februar 2026

Daniel, ein 80er-Jahrgang mit 90er-Jahre-Vibes aus dem Burgenland, hatte schon als Kind mehr Ideen, als die Tapeten Platz boten. Technologie fand er cooler als jedes Tamagotchi. Sein Plan: Die Welt ein bisschen bunter machen und dabei nicht auf zu viele Regeln achten.

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