Als Serien-Junkie hab ich ein echtes Problem: Serien verschwinden einfach. Zack, abgesetzt, kommentarlos, ohne Abschied, ohne Erklärung. Eine Staffel endet mit einem Cliffhanger, und du sitzt da wie ein geprügelter Hund und denkst dir: „Und jetzt?“
Aber das war’s dann. Keine Auflösung, keine Zukunft, kein richtiges Ende. Nur Schweigen.
Das ist für mich fast so, als würde man mitten im Satz aufhören zu reden. Serien sind schließlich mehr als nur Unterhaltung – sie sind Begleiter:innen, kleine Fluchten aus dem Alltag, manchmal auch emotionale Anker. Und wenn sie einfach so abgesetzt werden, ohne wenigstens ein „Danke fürs Zuschauen“, dann bleibt da ein schales Gefühl.
Abgesetzt ohne Abschied
Es ist ja nicht so, dass ich erwarte, dass jede Serie ein bombastisches Finale bekommt wie Six Feet Under. Aber genau das ist der Punkt: Six Feet Under hat’s geschafft – das perfekte Ende. Es war ehrlich, emotional, endgültig. Keine künstlichen Cliffhanger, keine offenen Fragen, keine billige Hoffnung auf ein Spin-Off. Nur ein Abschluss, der sich wirklich nach Ende angefühlt hat.
Und genau dieser Beitrag – „Das perfekte Serienende: Six Feet Under“ – hat so viele positive Rückmeldungen bekommen, dass ich gemerkt hab: Ich bin nicht allein. Viele von euch fühlen genauso. Dieses Bedürfnis nach einem echten Ende, nach einem Gefühl von „Okay, das war’s – aber es war schön“.
Mein Plan: Fiktive Serien-Enden
Deshalb hab ich beschlossen, das bei einigen Serien selbst in die Hand zu nehmen.
Ab jetzt wird’s hier auf offen-gesprochen.at regelmäßig fiktive Serien-Enden geben – oder kleine „Was wurde aus…“-Episoden, in denen ich mir vorstelle, wie es mit den Charakteren weiterging.
Denn selbst wenn eine Serie offiziell zu Ende erzählt wurde – wie etwa Bones – bleibt doch oft die Frage: Was wurde eigentlich aus den Figuren? Haben sie ein glückliches Leben geführt? Hat sich jemand scheiden lassen? Ist jemand Präsident:in geworden, so wie es Temperance Brennan einmal vorhatte, oder einfach nach Island ausgewandert?
Vielleicht ist das meine persönliche Therapie als Serien-Junkie, vielleicht auch einfach Fanservice für alle, die genauso leiden, wenn eine Serie ohne Erklärung endet.
Und ja, manchmal wird’s absurd, manchmal melancholisch, manchmal einfach nur schön – aber wenigstens gibt’s dann einen Abschluss.
Denn wenn schon die Sender und Streamingdienste uns im Stich lassen, dann schreiben wir uns unsere Enden eben selbst.
Fazit
Abgesetzte Serien sind für mich wie angefangene Bücher, denen die letzten Seiten fehlen.
Aber weil ich mich damit nicht abfinden will, bekommt jede Serie, die es verdient hat, hier ihr eigenes Finale.
Ob realistisch oder völlig abgedreht – Hauptsache, sie kriegt das Ende, das sie (und wir Fans) verdient haben.



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