Wir haben es geschafft. Wirklich.
Selbstfahrende Autos rollen durch Städte, humanoide Roboter falten Wäsche, sortieren Pakete und schauen dabei aus, als hätten sie Gefühle. Raketen landen rückwärts auf winzigen Plattformen im Meer. Menschen diskutieren ernsthaft darüber, wer als Erstes auf den Mars ziehen darf.
Und trotzdem stehst du morgens noch immer halb verschlafen unter der Dusche und schrubbst dich mit den eigenen Händen ab, als hätten wir technologisch irgendwann in den 1950ern beschlossen: Passt schon so.
Warum eigentlich?
Hightech überall – nur nicht dort, wo wir sie täglich brauchen
Wir leben in einer Zeit, in der ein Auto selbst erkennt, ob ein Kind, ein Hund oder ein ambitionierter Laternenpfosten vor ihm steht. Ein Auto, das selbst einparkt, selbst bremst und theoretisch sogar selbst entscheidet, ob du noch fahren darfst.
Aber eine Dusche, die dich automatisch wäscht? Eine echte Waschstraße für Menschen? Zu futuristisch. Zu utopisch. Offenbar reine Science-Fiction.
Dabei reden wir hier nicht von Magie, sondern von logischer, sinnvoller Weiterentwicklung.
Die Idee: eine Waschstraße für Menschen
Stell dir vor, du gehst ins Badezimmer – und dort steht sie:
Eine runde, gläserne Duschkabine. Futuristisch, minimalistisch und ohne unnötigen Schnickschnack.
Du gehst bequem hinein, aufrecht, ohne Klettern.
Die Tür schließt sich. Ruhe.
Alles einstellen – bevor es losgeht
Über ein Tablet legst du fest:
- Wassertemperatur
- Shampoo- und Pflegeprodukte (sensitiv, belebend, neutral, nachhaltig, eh klar)
- Lichtfarbe (Morgen = hell, Abend = warm)
- Schmerzpunkte (Nacken, Rücken, Schultern – du weißt schon, das Leben)
- Intensität der Massagedüsen
- Dauer (Quick, Relax, „Ich hasse Montage“)
Dann drückst du auf Start.
Ablauf
- Präzise Düsen machen dich nass – wassersparend, effizient
- Shampoo wird gleichmäßig verteilt
- Sanfte, rotierende Massagedüsen übernehmen den Wellnessfaktor
- Warmes Wasser dort, wo du Schmerzen hast
- Abspülen
- Trocknung mit warmer Luft
Kein Handtuch. Kein Chaos. Kein Stress.
Du steigst raus wie ein frisch polierter Neuwagen. Nur glücklicher.
Der Waschring: das Herzstück der Dusche
Ein großer Ring, fast so breit wie die Dusche selbst, fährt langsam von oben nach unten.
In diesem Ring sitzen hunderte kleine Düsen – nach innen ausgerichtet.
Kein wildes Spritzen.
Kein Chaos.
Wasser und Shampoo werden gezielt in die Mitte, auf deinen Körper gesprüht. Gleichmäßig, präzise, effizient. Der Ring bewegt sich kontrolliert rauf und runter und übernimmt das, was du sonst mühsam selbst erledigst:
- Einschäumen
- Abwaschen
- Spülen
- Massieren
Alles abgestimmt auf deinen Körper, deine Einstellungen, deinen Tag.
Nachhaltig, effizient und in unter zehn Minuten fertig
Das System weiß, wo dein Körper ist.
Sensoren messen Abstände, Körperform, Position.
Kein unnötiger Wasserverbrauch.
Keine Energieverschwendung.
Kein „Ups, zehn Minuten Wasser laufen lassen“.
Stattdessen bauen wir lieber Technik fürs Ego
Versteh mich nicht falsch:
Raumfahrt ist wichtig. Forschung ist wichtig. Innovation ist wichtig.
Aber ganz ehrlich:
Der Alltag der meisten Menschen wird nicht besser, weil jemand auf dem Mars steht und sagt: „Hier ist roter Staub.“
Er wird besser durch kleine, verdammt gut gemachte Dinge. Durch Technik, die Zeit spart. Energie spart. Nerven spart. Und eine automatische Dusche würde genau das tun.
Technik hat ihre Prioritäten verloren
Wir entwickeln oft Technologie, die gut aussieht auf Pressefotos – nicht jene, die leise und effizient unseren Alltag verbessert.
Eine Waschstraße für Menschen wäre kein Luxusspielzeug.
Sie wäre echter Fortschritt.
Unaufgeregt.
Praktisch.
Sinnvoll.
Das ist die Technik, die wir brauchen
Die Menschheit braucht nicht noch mehr Technik-Schmarren, der beeindruckt, aber niemandem wirklich hilft.
Sie braucht Lösungen für den Alltag.
Eine vollautomatische Dusche wäre genau das.
Und wenn wir eines Tages auf dem Mars stehen, aber uns noch immer selbst unter der Dusche abmühen müssen, dann haben wir beim Fortschritt etwas ganz Grundlegendes falsch verstanden.



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