s war nur eine Frage der Zeit. Ein Mann, der das Schnitzel liebt, der das Volk mit Cheeseburger-Rhetorik begeisterte, der in schwersten Krisenzeiten den Österreicherinnen und Österreichern versicherte: „Leistung muss sich lohnen – auch beim Essen.“ Karl Nehammer, seines Zeichens ehemaliger Bundeskanzler der Republik Österreich, hat seinen nächsten großen Karriereschritt gemacht.
Er wird Unternehmer.
Er wird Gastronom.
Er wird Franchisebetreiber bei McDonald’s.
Das türkise M leuchtet über Wien
Wien bekommt demnächst eine McDonald’s-Filiale, die nicht größer und nicht kleiner sein wird als alle anderen – aber mit Sicherheit die spektakulärste der Welt. Denn während die überwiegende Mehrheit der McDonald’s-Filialen weltweit mit dem klassischen goldgelben M daherkommt, wird Nehammers Filiale das begehrte türkise M tragen. Das zweite weltweit, wohlgemerkt – das erste hängt irgendwo in den USA, aber jetzt kommt endlich auch Österreich in den Genuss dieses edlen Zeichens.
Türkis. Natürlich türkis. Hat ja schließlich auch schon beim Regieren gut funktioniert.
Der Standort ist noch geheim, aber Insider berichten, dass die Location „irgendwo zwischen dem vierten Bezirk und dem Herzen des Volkes“ liegen soll – wobei Letzteres bekanntlich schwer zu finden ist, wenn man in der Hofburg residiert hat.
Das Menü – für den Pöbel, vom Kanzler
Natürlich kommt eine solche Filiale nicht ohne exklusive Eigenkreationen. Nehammer hat sich persönlich mit McDonald’s zusammengesetzt – auf Augenhöhe, versteht sich, immerhin kennt er den Konzern bereits aus seiner Zeit als Verteidiger des kleinen Mannes – und folgende Spezialmenüs ausverhandelt:
🍔 Der Karl Nehammer Cheeseburger – € 0,99
Der Klassiker. Das Volksmenü. Der Beweis, dass Leistung sich lohnt.
Der Burger kommt für nur 99 Cent – klingt günstig, ist günstig. Der Haken? Er enthält nichts. Kein Fleisch. Kein Käse. Keine Soße. Kein Salat. Kein Bun.
Man bekommt – und das ist verbürgt – ein leeres Papier mit dem Aufdruck „Eigenverantwortung übernehmen“ und eine Preisliste für Extras:
- Fleisch: + € 3,50
- Käse: + € 1,80
- Soße: + € 1,20
- Bun (oben): + € 1,00
- Bun (unten): + € 1,00
- Salat: + € 0,90
- Serviette: + € 0,30
- Freundlicher Blick an der Kassa: auf Anfrage
Gesamtpreis des vollständigen Burgers: € 11,69 – aber hey, der Einstiegspreis war unschlagbar.
🥙 Der Kurz-Wrap – „Mit Fleiß und Können alles möglich“
Benannt nach dem Vorgänger, dem Shooting Star der österreichischen Politik, Sebastian Kurz. Der Wrap sieht von außen makellos aus – goldbraun, perfekt gerollt, Instagram-tauglich. Innen? Hauptsächlich heiße Luft und ein paar Versprechungen.
Erhältlich in zwei Varianten:
- „Clean Hands“ – ohne jegliche Fülle, dafür mit Beilage eines handlaminierten Unschuldszertifikats
- „Message Control“ – der Inhalt wird nicht verraten, bis der Wrap bereits aufgegessen ist
🍟 Die Blümel-Pommes – „Steuern zahlen andere“
Die Pommes werden einzeln serviert. Man bestellt eine Portion und erhält eine Pommes. Die restlichen Pommes existieren nachweislich, befinden sich jedoch laut Managementauskunft „in einer anderen Gesellschaft, die wir gerade prüfen“.
Auf Nachfrage wird man gebeten, die Anfrage schriftlich einzureichen. Die Antwortfrist beträgt 36 Monate.
🍦 Das Mikl-Leitner Softeis – „Bodenständig bis in die Tüte“
Ein klassisches Softeis. Niederösterreichisch, solide, verlässlich, unveränderlich. Schmeckt jedes Jahr gleich. Seit 15 Jahren. Das Rezept wird nicht angepasst, weil es keinen Grund gibt, etwas zu ändern, solange die Umfragen stimmen.
Kommt ausschließlich in Schwarz und Türkis. Andere Farben sind auf Anfrage möglich, werden aber erfahrungsgemäß abgelehnt.
☕ Der Koalitions-Kaffee – „Bittersüße Kompromisse“
Ein Heißgetränk, das niemand so wollte, wie es jetzt ist. Zu süß für die einen, zu bitter für die anderen. Wird trotzdem täglich bestellt, weil es keine anderen Optionen mehr gibt und alle irgendwann Koffein brauchen.
Enthält Spuren von: gescheiterten Verhandlungen, Pressekonferenzen um 20 Uhr und koalitionsinternen Chats.
Eröffnung: Demnächst. Irgendwann. Wenn alles passt.
Die offizielle Eröffnung ist für „demnächst“ angekündigt. Ein konkretes Datum wurde noch nicht genannt – was in der ÖVP-Tradition steht, Ankündigungen zu machen, die irgendwann, vielleicht, unter Umständen, nach weiterer Prüfung umgesetzt werden.
Nehammer selbst kommentierte die Eröffnung mit den Worten: „Österreich verdient das Beste. Und das Beste beginnt mit 99 Cent.“
Wir sind gespannt. Sehr gespannt.
Und hungrig.
Dieser Beitrag ist Satire. Alle Menüs, Zitate und Preise sind frei erfunden. Karl Nehammer betreibt nach aktuellem Kenntnisstand keine McDonald’s-Filiale – noch nicht.
Aber das Jahr ist noch jung.



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